Franz Kafka konstruiert Satzgefüge nach dem Muster:  zwar …  aber;  einerseits … andererseits,  entweder …  oder.

Ein Stil, in welchem er seine Leiden, Ängste und inneren Zwänge – die ihm selber undurchschaubar blieben – in einer dazu nahezu reziproken, exakten und dennoch verdrehten Verwaltungs- und Rechtssprache skizziert.

Seine Metaphern beunruhigen, machen ratlos, locken den Unachtsamen immer wieder in Denkfallen, bleiben schwer festlegbar. Kafkas Darstellung der eigenen Innenwelt, seine „Literaturtheorie“ – in Fragmenten und Aphorismen rezitiert von Lennard Körber – wird von Heidemarie Wiesner und Waltraut Elvers mit Musik von Dmitri Schostakowitsch und eigenen Improvisationen kunstvoll begleitet.

So wie es für Kafka keine geistigen Schubkästen gab, keine „ordentliche „Denkmethodik“, verbinden sich  Texte und Musik beziehungsreich zu einem die Sinne umfassenden Hörerlebnis.